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Kettenschuhlauf in der Mittagspause

Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, liefen Sie mehr als 20km am Tag. Alles barfuß. Später wurden Sandalen erfunden, dann Hufeisen, und viel später gedämpfte Laufschuhe. Was tut der Läufer heute, wenn er Angst vor spitzen Steinen hat, aber dennoch keine Laufschuhe tragen will? Ein Hufeisen für Menschen wäre schön.

Vermittelt von Constantin, durfte ich heute die GoST Kettenschuhe ausprobieren. Novembersonne, Mittagspause – raus geht’s.

Das Anziehen der Schuhe ist etwas hakelig, aber wenn sie erstmal sitzen, rutscht, schabt oder kratzt nichts mehr. Bequem!

Nun geht es an das Testen unterschiedlicher Bodenbeschaffenheiten. Und darum, die Angst vor spitzen Steinen erst einmal zu verdrängen.

Raus aus der Haustür, Pflastersteine. Interessantes Geräusch beim Auftreten – weder das übliche Laufschuh-Patsch noch etwa Kettenrasseln, sodern eher wie barfuß auf Sand. Der Unterschied zum Strandlauf ist allerdings, daß die Füße schnell kalt werden. Dem kann nur durch entschlossenen Trab entgegengewirkt werden, also los – Wiese.

Wiese ist toll. Schnell sind die Füße warm, ich stelle mich automatisch auf Vorfuß um und bin gefühlt recht schnell unterwegs. Kinder auf dem Heimweg von der Schule staunen mich an, als wenn ich komplett im Kettenhemd laufen würde.

Aber jetzt kommt der Wald. Dicke Laubschicht auf dem Waldweg – was mag darunter verborgen sein? Egal, die Ketten werden mich schon schützen. Was sie auch tun – trotzdem spürt man querlaufende Wurzeln natürlich sehr viel unmittelbarer als in gedämpften Laufschuhen. Aber jetzt wird die Kieseldichte auf dem Pfad größer. Ob ich es bis zur Kiesgrube schaffe? Nein – um den Laufschritt auf Kies aufrechtzuerhalten, brauche ich wohl doch noch etwas mehr Abhärtung.

Also zurück über den Waldweg und die Wiese. Auch ein Asphaltstück zwischendurch geht wunderbar. Die Füße sind jetzt warm, und es kratzt oder rutscht immer noch nichts.

Wieder zuhause, lassen sich die Schuhe ganz leicht ausziehen. Allerdings sehen die Füße aus, als wenn ich durch Schlamm gelaufen bin :-). Merke: Das nächste Mal einen feuchten Lappen im Hausflur deponieren.

Nachdem Füße und Schuhe gesäubert sind, spüre ich ein angenehmes, gut durchblutetes Prickeln an den Fußsohlen. Keine Verletzungen oder roten Stellen.

Zusammenfassung: Für Asphalt, Wiese und Waldwege ohne viel Kiesel eignen sich die GoST’s auch als Laufschuhe. Ergänzend zu dicksohligeren, kieselabdämpfenden Exemplaren, um der Fußmuskulatur und der Sohle mal etwas Abwechslung zu bieten!